Uralte Symbole
Ein Stift setzt in der genauen Mitte eines Blattes an und wandert langsam im Kreis nach außen. Schicht für Schicht wachsen gleichmäßige Bögen, kleine Blütenblätter und geometrische Zacken heran, die sich auf allen Seiten spiegeln. Das Wort Mandala stammt aus einer sehr alten Sprache Indiens und bedeutet übersetzt schlicht Kreis oder Bogen. Seit vielen Jahrhunderten zeichnen Menschen auf der ganzen Welt kreisrunde Kunstwerke. In Asien dienten solche Darstellungen traditionell dazu, Ruhe zu finden und die eigene Konzentration zu stärken. Mönche streuen dort manchmal über mehrere Tage hinweg farbigen Sand zu riesigen, komplexen Motiven auf den Boden, nur um sie kurz nach der Fertigstellung wieder zusammenzufegen. Das erinnert daran, dass manche Kunstwerke vor allem für den Augenblick des Entstehens gedacht sind. Auch in vielen europäischen Bauwerken finden sich ganz ähnliche Anordnungen: Die großen, kreisrunden Fenster an alten Kirchen, sogenannte Fensterrosetten, verbinden bunte Glassteine zu symmetrischen Sternen und Blüten. Wenn Sonnenlicht durch diese Scheiben fällt, wandern farbige Lichtmuster langsam über die Böden und Wände. Mandalas & Muster Ausmalbilder greifen diese alten Grundformen auf und verbinden geometrische Ordnungen mit Motiven aus der Pflanzenwelt oder Tierwelt. Die ständige Wiederholung ähnlicher Formen erzeugt beim Betrachten ein Gefühl von Ruhe und Ausgewogenheit, weil das menschliche Auge symmetrische Strukturen besonders schnell verarbeiten kann.
Farbige Symmetrie
Muster und spiegelgleiche Anordnungen bieten sehr viel Raum für das Spiel mit Kontrasten und Farbgruppen. Wenn ein Feld auf der linken Seite blau eingefärbt wird, sorgt dasselbe Blau auf der rechten Seite für ein klares Gleichgewicht. Spitze Buntstifte helfen dabei, selbst die kleinsten Winkel und feinen Begrenzungslinien sauber zu treffen. Filzstifte wiederum erzeugen sehr kräftige und gleichmäßige Flächen, während Wachsmalkreide breite Felder schnell abdeckt und sanfte Strukturspuren hinterlässt. Wenn du mit verschiedenen Malvorlagen arbeitest, kannst du ganz unterschiedliche Farbsysteme ausprobieren. Eine Kombination aus warmen Tönen wie Rot, Gelb und Orange verleiht dem Motiv eine helle, sonnige Ausstrahlung. Kühle Töne wie Violett, Dunkelblau und Türkis lassen dieselben Formen ruhiger und tiefer erscheinen. Es kann ebenso spannend sein, sich auf nur zwei oder drei Farben zu beschränken und diese im stetigen Wechsel über das gesamte Netz aus Linien zu verteilen. Auch helle und dunkle Abstufungen desselben Farbtons erzeugen verblüffende Tiefenwirkungen, durch die manche Elemente weiter vorne zu schweben scheinen als andere. Welche Formen in deiner direkten Umgebung wiederholen sich eigentlich nach genau demselben symmetrischen Prinzip?